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Ölheizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Status quo der Ölheizung

In 2020 und 2021 ist die Ölheizung keine wirklich attraktive Option mehr, um das Eigenheim mit Wärme zu versorgen. Zwar findet man diese Art der Heizung noch in vielen Haushalten, die keine Möglichkeit auf einen Gasanschluss hatten, aber mit dem Wegfall der Zuschüsse und der kommenden (und stetig steigenden) CO2-Steuer wird das Heizen mit Öl immer unattraktiver.

Zwar steht das Umweltbewusstsein der Deutschen nicht immer an erster Stelle, dennoch haftet der Ölheizung schon länger ein wenig positives Image an. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Tage der Ölheizung in Deutschland gezählt sind, auch wenn das tatsächliche Ende sicher erst in 20 bis 30 Jahren eintreten wird.

Verbot oder Austauschpflicht nicht in Sicht

Ökologisch und ökonomisch sind Ölheizungen offensichtlich nicht mehr die beste Lösung für Ihr Eigenheim, aber von einem Verbot oder gar einer Austauschpflicht sind wir zumindest in 2021 noch recht weit entfernt. Bedenkt man, dass bis 2020 noch der Einbau effizienter Öl-Brennwertkessel gefördert wurde, dann ist eine generelle Austauschpflicht als sehr unwahrscheinlich anzunehmen. Vom Gesetzgeber aus müssen gemäß GEG lediglich Konstanttemperaturkessel ab einem Alter von 30 Jahren ausgetauscht werden. Der (Neu-) Einbau von Konstanttemperaturkesseln ist generell untersagt. Wenn eine Ölheizung neu installiert wird, dann wird in den allermeisten Fällen ein moderner Brennwertkessel eingesetzt.

Vorteile, Nachteile und Besonderheiten

Bild: Ölheizung Entwicklung
Langfristig wird die Ölheizung aus den Haushalten verschwinden | © V_Borodinova / pixabay CC0

Hier haben wir für Sie noch einmal die allgemeinen Vorteile und Nachteile einer Ölheizung zusammengetragen, damit Sie beim Kauf einer neuen Heizung bestens informiert sind. Positiv war und ist seit jeher die Tatsache, dass Ölheizungen mit einem entsprechenden Heizöltank auch in abgelegenen Orten eingesetzt werden können.

Desweiteren haben Sie zumindest theoretisch den Vorteil (anders als bei Erdgas) den Brennstoff immer zum besten Zeitpunkt einkaufen zu können, wenn er am günstigsten ist. In der heutigen Zeit überwiegen jedoch eher die Nachteile mit hohen Wartungskosten, dem Aufpreis durch die CO2-Steuer und dem Wegfall der Sanierungs-Zuschüsse.

Vorteile Nachteile
Keine Infrastruktur notwendig Hohe Wartungskosten
Eigenbestimmung beim Brennstoffkauf Steigende Brennstoffkosten wegen CO2-Bepreisung
  Wegfall der Sanierungs-Zuschüsse

Kosten und Förderung für Ölheizungen

Hinsichtlich der Kosten kann eine Ölheizung zumindest beim Kauf punkten. Aufgrund der bewährten Technik und den hohen Stückzahlen bekommen Sie eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik und Einbau schon ab 9.000 Euro. Zusätzliche Kosten fallen an, wenn Sie noch einen Heizöltank benötigen (ca. 3.000 Euro). Zuschüsse bekommen Sie für eine Ölheizung keine bzw. nur, wenn zum Beispiel auf eine Wärmepumpe umgestiegen wird.

Ölheizung Bestandteil Kosten mit Einbau
Ölkessel ca. 5.000 €
Brennwerttechnik ca. 3.500 €
Montagematerial/Rohre ca. 500 €
Heizöltank ca. 3.000 €

Heizkosten und Wartung

Bild: Kosten Ölheizung
Die Anschaffung einer Ölheizung selbst ist nicht teuer| © loufre / pixabay CC0

Aufgrund der aktuellen Weltmarktsituation ist Heizöl erstaunlich günstig, aber die CO2-Steuer kommt mit ca. 0,7 Cent pro Kilowattstunde ab 2021 dennoch obendrauf. So liegen Sie mit 26.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Ölheizung etwa bei 1.900 Euro Heizkosten pro Jahr.

Geht man von einer besser gedämmten Immobilie aus, dann sind es für 9.000 Kilowattstunden rund 650 Euro Heizkosten pro Jahr. Obendrauf kommt dann noch die Wartung inklusive Reinigung, die noch einmal 200 bis 300 Euro kostet.

Heizung Wartung pro Jahr Heizkosten pro Jahr*
Ölheizung ca. 250 € ca. 650 €
Wärmepumpe ca. 100 € je nach Wärmepumpe ca. zwischen 400 und 600 €
Hackschnitzelheizung ca. 300 € ca. 375 €

* ausgehend von einem Einfamilienhaus (Neubau) mit ca 140m² Wohnfläche und einem jährlichen Wärmebedarf von 9.000 kWh

Austauschprämie / Abwrackprämie für Ölheizungen

Wie bereits angedeutet, bekommen Sie für neue Ölheizungen keine Förderung mehr, auch nicht mit Brennwerttechnik. Dennoch gibt es Zuschüsse für viele andere Heizungen, die im Umkehrschluss als Austausch- oder Abwrackprämie für Ölheizungen betrachtet werden können.

CO2-Steuer macht Heizöl teurer

Ab 2021 wird in Deutschland die CO2-Steuer eingeführt, die korrekt eigentlich CO2-Preis heißen muss. Die Grundlage dafür findet sich im Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz - BEHG). Jedes Jahr wird der CO2-Preis nun sukzessive steigen, bis in 2025 ein Preis von 55 Euro pro Tonne erreicht sein soll.

Diese Abgabe ist anders als häufig vermutet jedoch nicht vom Verbraucher direkt, sondern von den Energielieferanten zu entrichten. Diese geben den Aufpreis nur weiter. In der Praxis macht die CO2-Steuer in 2021 jede Kilowattstunde bei Heizöl um 0,7 Cent (0,007 €) teurer. In 2025 wird jede Kilowattstunde im Vergleich zu 2020 um etwa 1,5 Cent teurer - das können bis 430 Euro Aufpreis pro Jahr sein!

Jahr CO2-Preis pro Tonne CO2-Preis in kWh (Heizöl) Aufpreis pro Jahr (28.000 kWh)
2021 25 € pro Tonne (steht fest) 0,007 € pro kWh 196 € pro Jahr
2022 30 € pro Tonne (voraussichtlich) 0,008 € pro kWh 235 € pro Jahr
2023 40 € pro Tonne (voraussichtlich) 0,011 € pro kWh 314 € pro Jahr
2024 50 € pro Tonne (voraussichtlich) 0,014 € pro kWh 392 € pro Jahr
2025 55 € pro Tonne (steht fest) 0,015 € pro kWh 431 € pro Jahr

Ölheizung austauschen - gute Alternativen

Bild: Alternative Ölheizung
Welche sinnvollen Alternativen zur Ölheizung gibt es? | © Bru-nO / pixabay CC0

Auch wenn die Preisentwicklung durch die CO2-Steuer etwas beängstigend sein kann, müssen Sie Ihre alte Ölheizung nicht sofort austauschen. Sind ohnehin Sanierungsmaßnahmen geplant, dann sollte ganz in Ruhe und im Idealfall zusammen mit einem Energieberater geschaut werden, welche Heizungen als Alternative in Frage kommen.

Immer beliebter werden die verschiedenen Arten von Wärmepumpen, die zum Betrieb lediglich einen Stromanschluss benötigen und damit aus 1 Kilowattstunde Strom bis zu 4 oder 5 Kilowattstunden Wärme gewinnen können. Allerdings ist eine Wärmepumpe im Altbau nur dann zu empfehlen, wenn auch die Heizkörper flächendeckend erneuert werden und auch etwas Dämmung vorhanden ist (Fassade, Geschossdecke etc.).

Ansonsten sind auch alle Arten von Holzheizungen gut geeignet, um besonders große Altbauten zu beheizen. Gasheizungen werden zwar noch vom Staat bezuschusst, aber auch hier fällt die CO2-Steuer an, weshalb Erdgas langfristig nicht der beste Brennstoff ist.

Ölheizung ersetzen Vorteile Nachteile Kosten inkl. Förderung & Einbau
Gasheizung Geringe Anschaffungskosten Steigende Brennstoffkosten wegen CO2-Steuer ca. 16.000 €
Wärmepumpe Benötigen nur einen Stromanschluss zur Wärmegewinnung Nicht geeignet für schlecht gedämmte Gebäude je nach Wärmepumpe ca. zwischen 10.000 und 20.000 €
Hackschnitzelheizung Günstiger und umweltfreundlicher Brennstoff Hohe Anschaffungskosten ca. 14.300 €

Ölheizung im Neubau - nicht zu empfehlen

Eine Ölheizung ist im Neubau zwar nicht verboten, jedoch überhaupt nicht mehr zu empfehlen. Statistiken untermauern diesen Befund: In 2020 wurden 120.000 Wärmepumpen verbaut, ein Wachstum zum Vorjahr um 40 Prozent. Der Hintergrund: Um die rechtlichen Vorgaben des GEG und dann auch noch die schärferen Bedingungen der Förderung einzuhalten, müssen Sie die Ölheizung mit gewissen Extras ausstatten (Solarthermie + Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung), die insgesamt teilweise teurer als der Kauf einer Wärmepumpe sind. Gleichzeitig kommen dann noch die Kosten für einen Schornstein und das Schornsteinfegen hinzu.

Selbst bei einfachen Überschlagsrechnungen kommen daher schon die meisten Laien zu dem Ergebnis, dass eine Ölheizung im Neubau keine gute Lösung ist. Zwar haben auch Wärmepumpen gewisse Nachteile, aber im Vergleich zu anderen Heizungen und angesichts des geringen Wärmebedarfs eines Neubaus sind sie eigentlich die beste Wahl.

Neubau Welche Heizung? Vorteile Nachteile
BAFA Förderung BEG EM (Einzelmaßnahme) Gas-Brennwertheizung (+ Solarthermie und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung) Bewährte Technik, Verlässliche Versorgung Steigende Gaspreise, nachteilig für die Umwelt
  Wärmepumpe Hohe Förderung und niedrige Betriebskosten Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten
  Holzheizung Hohe Förderung, da Vorgaben des GEG erfüllt Hoher Platzbedarf für Brennstofflagerung

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