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Hackschnitzelheizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Funktionsweise

Der Aufbau der Hackschnitzelheizung ist dem einer Pelletheizung sehr ähnlich. Auch sie besteht aus einem Heizkessel (mit Brennwerttechnik), einem Brennstofflager und einem Transportsystem, das die Hackschnitzel vollautomatisch zum Brennkessel befördert, wo diese nahezu rückstandsfrei verbrannt werden.

Da die Hackschnitzelheizung, wie alle Holzheizungen, unter Volllast am effizientesten arbeitet, ist auch sie auf einen den Bedürfnissen entsprechend angepassten Pufferspeicher angewiesen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Dieser hält das Heizwasser (im Falle eines Kombispeichers auch das Brauchwasser) warm, bis es benötigt wird.

Vorteile, Nachteile und Einsatzbereiche

Bild: Hackschnitzelheizung Einsatzbereich
Holzprodukte gehören zu den erneuerbaren Energiequellen | © Markus Winkler / unsplash.com CC0

Ein Vorteil der Hackschnitzelheizung ist es, dass sie so umweltfreundlich heizt, dass ihre vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert wird. Außerdem sind die Betriebskosten sehr niedrig, da Hackschnitzel vergleichsweise günstig sind. Zudem sind die Preise sehr stabil, da die Nachfrage nach diesem Brennstoff nicht so hoch ist.

Wer in der Forstwirtschaft arbeitet, kann ggf. auch selbst Hackschnitzel herstellen. Das macht den Brennstoff noch günstiger.

Zu den Nachteilen gehört der Anschaffungspreis der Heizung. Aufgrund der vielen Bauteile ist er höher als bei vielen anderen Heizungen. Die zahlreichen Bauteile machen sich auch bei der Wartung preislich bemerkbar. Sie ist mit 300 Euro pro Jahr vergleichsweise hoch. Dazu kommt, dass man viel Platz für die Lagerung der Hackschnitzel braucht.

Vorteile Nachteile
Sehr günstiger Brennstoff Teure Anschaffung
Brennstoff langfristig preisstabil Wartungsintensiv
Umweltfreundlich / klimaneutral

Sinnvoller Wärmebedarf für eine Hackschnitzelheizung

Am effizientesten arbeitet die Hackschnitzelheizung unter Volllast. Das setzt einen gewissen Wärmebedarf voraus. Der Wärmebedarf für eine Hackschnitzelheizung sollte deshalb bei 20.000 Kilowattstunden jährlich oder darüber liegen - deutlich mehr als die meisten Neubau-Einfamilienhäuser benötigen.

Dementsprechend sind Hackschnitzelheizungen eher etwas für Sanierungen von Altbauten, oder wenn sie im Neubau zum Einsatz kommen, für große Mehrfamilienhäuser mit entsprechendem Wärmebedarf. Auch im gewerblichen Bereich kommen sie sowohl in Altbauten als auch in Neubauten häufiger zum Einsatz.

Quelle: © Landwirt.com / youtube.com

Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit

Wie bei anderen Heizungen auch, sollten Sie bei der Hackschnitzelheizung die anfallenden Kosten einkalkulieren. Diese setzen sich aus Anschaffung und Einbau sowie aus den Betriebskosten zusammen. Durch staatliche Förderung lässt sich die gesamte Investition aber deutlich reduzieren, sodass diese sich für Sie auch in puncto Wirtschaftlichkeit auszahlt.

Kosten mit Anschaffung und Einbau

Für die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung muss man inklusive Montage mit Kosten von etwa 25.000 Euro rechnen. Dabei setzen sich die Kosten aus dem Heizkessel (ca. 10.000 Euro), der Förderanlage (2.500 Euro), der Brennwerttechnik (2.500 Euro), dem Pufferspeicher (ca. 2.500 Euro), dem Brennstofflager (ca. 3.500 Euro) und der Montage (ca. 4.000 Euro) zusammen. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um durchschnittliche Preise handelt, die im Einzelfall abweichen können.

Komponente Kosten
Kessel ca. 10.000 €
Brennwerttechnik ca. 2.500 €
Pufferspeicher ca. 2.500 €
Fördersystem ca. 2.500 €
Brennstofflager ca. 3.500 €
Montage ca. 4.000 €
Gesamtkosten ca. 25.000 €

Förderung und die richtige Beantragung

Bild: Geld sparen durch Förderung
Das BAFA fördert die im Betrieb sehr günstige Hackschnitzelheizung | © andibreit / pixabay.com

Genau wie für andere Holzheizungen kann man auch für die Hackschnitzelheizung eine Förderung beantragen. Hauptsächlich zuständig für die Förderung von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit seinem Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien” bzw. mit seinem Marktanreizprogramm (MAP).

Hier winkt für Neubauten ein Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Außerdem kann man den Kredit des Programms 153 „Energieeffizient Bauen” der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nutzen. Dieser soll beim Neubau unterstützen und bietet neben einer Kreditsumme von bis zu 120.000 Euro auch einen Tilgungszuschuss in Höhe von maximal 30.000 Euro. Beide Förderungen sind miteinander kombinierbar.

Auch im Altbau erhalten Sie vom BAFA für die Installation einer Hackschnitzelheizung 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Förderung. Eine noch höhere BAFA-Förderung erhalten Sie (bis zu 45 Prozent), wenn Sie die sogenannte Austauschprämie nutzen und Ihre alte Ölheizung durch eine Hackschnitzelheizung ersetzen.

Alternativ zur Förderung durch das BAFA können Sie Ihre Hackschnitzelheizung im Bestandsbau auch im Rahmen der Effizienzhaus-Sanierung der KfW durch den Kredit KfW 151 oder den Zuschuss KfW 430 fördern lassen. Hier sind Zuschüsse bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. der Kreditsumme (jeweils maximal 120.000 Euro) möglich. Das sind maximal 48.000 Euro. Diese Programme sind jedoch nicht untereinander oder mit der Förderung des BAFA kombinierbar.

Programm Förderart Förderhöhe Heizung
BAFA "Heizen mit erneuerbaren Energien" Zuschuss 35 % der förderfähigen Kosten
BAFA "Austauschprämie Ölheizung" Zuschuss 40 % der förderfähigen Kosten bei Umstellung auf Gas-Hybridheizung, 45 % bei Wärmepumpe, Biomasseheizung oder EE*-Hybridheizung
KfW 151 "Energieeffizient Sanieren - Kredit" Kredit bis zu 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, bis zu 40 Prozent der Kreditsumme, maximal 48.000 € Tilgungszuschuss
KfW 153 "Energieeffizient Bauen" Kredit bis zu 120.000 € für Neubau Effizienzhaus, bis zu 25 Prozent der Kreditsumme, maximal 30.000 € Tilgungszuschuss
KfW 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" Kredit bis zu 50.000 €
KfW 430 "Investitionszuschuss Zuschuss bis zu 40 % der förderfähigen Kosten von höchstens 120.000 € für Effizienzhaus-Sanierung, maximal 48.000 €
KfW 431 "Baubegleitung" Zuschuss 50 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.000 €

*Erneuerbare Energien

Grundsätzlich steht die Förderung jedem zu, der sich eine förderfähige Heizung auf Basis erneuerbarer Energien anschafft. Um eine Förderung der KfW zu erhalten, müssen Sie einen Energieberater verpflichten, der den Antrag mit Ihnen stellt. Sowohl beim BAFA als auch bei der KfW ist der Antrag auf Förderung immer vor Umsetzung des Projekts zu stellen.

Stellt man den Antrag nachträglich, wird dieser nicht berücksichtigt und man verliert unwiderruflich seinen Anspruch auf Fördergelder. Dabei gilt beim BAFA schon die vertragliche Auftragsvergabe als Baubeginn. Der Antrag ist online einzureichen.

Wirtschaftlichkeit einer Hackschnitzelheizung

In einem etwa 140 Quadratmeter großen Neubau Muster-Einfamilienhaus, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden, verursacht die Hackschnitzelheizung reine Heizkosten in Höhe von 220 Euro pro Jahr. Dazu kommen aber noch die Kosten für die Wartung in Höhe von ca. 300 Euro, sodass mit Betriebskosten von ca. 520 Euro pro Jahr zu rechnen ist.

Damit liegen die laufenden Kosten ungefähr im Bereich derer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese ist in der Anschaffung jedoch deutlich billiger, sodass die Hackschnitzelheizung im Bezug auf ihre Wirtschaftlichkeit und verglichen mit anderen Heizungen eher im Mittelfeld liegt. Insbesondere Wärmepumpen, aber auch der Scheitholzvergaser lassen sich wirtschaftlicher betreiben.

Heizung Kosten gesamt (Anschaffung,

Installation und Betrieb, inklusive Fördergelder)

Jahr 1 Jahr 5 Jahr 10 Jahr 15 Jahr 20 Jahr 25
Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.500 € 17.800 € 21.100 € 24.900 € 29.300 € 34.400 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 13.400 € 15.300 € 18.000 € 21.100 € 24.700 € 28.900 €
Hackschnitzelheizung 16.800 € 19.000 € 22.200 € 26.000 € 30.300 € 35.300 €
Scheitholzvergaser 7.000 € 9.400 € 12.700 € 16.600 € 21.100 € 26.300 €

Wie viele Hackschnitzel pro Jahr?

Um zu erfahren, ob die Hackschnitzelheizung überhaupt für Sie in Frage kommt, sollten Sie einmal betrachten, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht. Denn das Hackschnitzellager braucht viel Raum. Für einen Neubau von 140 Quadratmetern mit einem Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden pro Jahr muss man mit einem Bedarf von rund 10,5 bis 11 Schüttraummetern (Srm) rechnen, was in etwa 2.000 bis 2.100 Kilogramm Hackschnitzeln entspricht.

Um diese Menge Hackschnitzel trocken zu lagern, benötigt man mindestens 14 Kubikmeter Platz. Bei einer üblichen Kellerhöhe von 2 Metern benötigt man also eine Grundfläche von 5,5 Quadratmetern. Alternativ sind auch Tanks zur Hackschnitzellagerung vorhanden, welche entweder aus Stahl oder Kunststoff bestehen. Diese Tanks können Sie auch im Außenbereich aufstellen, allerdings ist dann eine Einhausung mit Dach zwingend notwendig.

Unsere Empfehlung zur Hackschnitzelheizung

Bild: Hackschnitzelheizung im Wohnzimmer
Die Hackschnitzelheizung eignet sich bei hohem Wärmebedarf | © kirkandmimi / pixabay.com

Die Hackschnitzelheizung ist vor allem für Gebäude mit hohem Wärmebedarf geeignet. Hier kann sie ihre Stärken ausspielen und mit ihren niedrigen Brennstoffkosten langfristig sehr wirtschaftlich sein. Einen derart hohen Wärmebedarf weisen in Neubauten vor allem Mehrfamilienhäuser auf.

Auch gewerblich genutzte Gebäude oder sehr große Einfamilienhäuser kommen in Frage. Für ein Referenzhaus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern und einem Wärmebedarf von 7.200 Kilowattstunden pro Jahr sind dagegen eher Wärmepumpen geeignet, da sie einfach das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Wenn man sich dennoch eine Hackschnitzelheizung zulegt, weil man z. B. eine Verbindung zur Forstwirtschaft hat und deshalb problemlos sowie preiswert an Hackschnitzel kommt, ist dies jedoch auch kein Fehler. Denn die Hackschnitzelheizung ist eine umweltfreundliche Art zu heizen und der Preis für Hackschnitzel wird voraussichtlich auf Dauer stabil bleiben.

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