Wasser-Wärmepumpe geplant?

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Über das Heizen mit Grundwasser

Bild: Wasser-Wasser-Wärmepumpe Neubau
Heizen mit Wasser-Wärmepumpe im Neubau | © Viktor_Birkus / pixabay CC0

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt die mit 8 bis 12 Grad Celsius ganzjährig konstante Temperatur des Grundwassers als erneuerbare Wärmequelle. Sie funktioniert dabei - wie alle anderen Wärmepumpen auch - nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks. Im Falle der Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzieht sie dem Grundwasser die natürliche Wärmeenergie, um sie in Heizenergie umzuwandeln. Das geschieht mithilfe eines Kältemittels, das während des Erwärmungsprozesses unter Druck komprimiert wird, sich erhitzt und verdampft.

Dabei reicht die in unseren Breitengraden konstante Temperatur des Grundwassers von 8 bis 12 Grad vollkommen aus, um ohne Probleme in Heizenergie umgewandelt zu werden. Da der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur der Heizung sehr gering ist, punkten Wasser-Wasser-Wärmepumpen durch die besten Wirkungsgrade aller Wärmepumpen. Aus einer Kilowattstunde Strom können bis zu fünf Kilowattstunden Heizenergie generiert werden.

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Quelle: © GRS | Deutschland / youtube.com

Vorteile, Nachteile und Besonderheiten

Die hohe Effizienz ist aus finanzieller Perspektive der größte Vorteil einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Da eine Kilowattstunde elektrische Leistung in bis zu 5 Kilowattstunden Wärme umgewandelt wird, sind die Betriebskosten äußerst gering. Auch die Wartungskosten sind überschaubar. Zudem ist diese Heizmethode besonders umweltfreundlich, was mit einer entsprechenden Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder auch der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) belohnt wird.

Ein Nachteil sind allerdings die hohen Kosten, die bei der Erschließung der Wärmequelle anfallen. Nicht nur die Maßnahme selbst (Bohrungen), sondern auch die Planung nimmt eine Menge Zeit in Anspruch und wird zudem nicht immer gestattet. Außerdem hat eine Wasser-Wärmepumpe bestimmte Anforderungen an die Wasserqualität. Informieren Sie sich in unserer Übersicht über Vorteile und Nachteile!

Vorteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe Nachteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Fördermöglichkeiten durch das BAFA und die KfW Hohe Investitionskosten durch aufwendige Erschließung der Wärmequelle
Besonders energieeffizient und umweltfreundlich Sehr planungsintensiv
Benötigt wenig Platz Bei hohem Wärmebedarf des Hauses nicht mehr so effizient
Geringe Wartungskosten Genehmigung für Bohrungen abhängig von Lage des Gebäudes
Geringe Stromkosten  

Aufwendige Bohrungen und Genehmigungen

Bild: Planung Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Für den Bau einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe braucht es Genehmigungen | © Sven Mieke / unsplash.com CC0

Die Voraussetzung für die Nutzung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist die Bohrung von zwei verschiedenen Brunnen auf Ihrem Grundstück. Dies sind der Förderbrunnen, aus dem das Grundwasser nach oben transportiert wird, sowie der Schluckbrunnen. Über diesen wird das abgekühlte Wasser zurück in die Grundwasserschicht geführt. Die anfallenden Bohrungen gehen je nach individueller Situation 10 bis 15 Meter in die Tiefe. Je tiefer gebohrt wird, desto aufwendiger und teurer wird es.

Fast noch aufwendiger ist allerdings die vorherige Planung, mit der eine Menge Papierkram einhergeht. Denn nicht jede Bohrung wird von der zuständigen Unteren Wasserbehörde genehmigt. Schlecht stehen die Chancen für eine wasserrechtliche Genehmigung z. B., wenn Ihr Grundstück in unmittelbarer Nähe eines Wasserschutzgebietes liegt. Wir raten daher dazu, sich im Vorfeld nach der geltenden Wasserschutzstufe zu erkundigen und für die Bewilligung eine Vorlaufzeit von zwei Monaten einzuplanen.

Kosten und Förderung im Überblick

Pauschal lassen sich die Kosten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe zwar nicht benennen, aber ungefähr sollten Sie inklusive Förderung mit 17.000 bis 23.000 Euro rechnen. Faktoren wie der Anschaffungspreis und der Einbau müssen dabei ebenso berücksichtigt werden wie die Betriebskosten, die durch Strom und Wartung entstehen. Dank der hohen Bezuschussung liegen Sie mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe preislich unter einer Gasheizung. Diese kostet im Neubau inklusive Zubehör zwischen 20.000 und 30.000 Euro, da sie weder vom BAFA noch der KfW gefördert wird und nur in Verbindung mit einer heizungsunterstützenden Solarthermie-Anlage sowie einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Gebäude Heizung Kosten mit Einbau & Förderung
Neubau Wasser-Wasser-Wärmepumpe 23.000 €
Gasheizung 24.000 €
Sanierung Wasser-Wasser-Wärmepumpe 19.500 €
Gasheizung 10.000 €

Stromverbrauch und Wartung

Ein entscheidender Kennwert für den Stromverbrauch einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl (JAZ), welche angibt, in welchem Verhältnis Strom in Wärme umgewandelt wird. Mit einem Wert von etwa 5,0 arbeiten Wasser-Wasser-Wärmepumpen also sehr effizient, da sie aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom 5 kWh Wärme gewinnen können. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen ca. bei 3,5.

Kalkulieren Sie also bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Neubau mit Stromkosten bzw. Heizkosten von 400 Euro pro Jahr (bei 9.000 kWh Wärmebedarf). Hinzu kann die jährliche Wartung mit 100 Euro veranschlagt werden kann. Im Altbau (26.000 kWh Wärmebedarf) sind Sie mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe bei Ihren Heizkosten bei etwa 1.270 Euro pro Jahr.

Wärmepumpe (Kosten pro Jahr) Wartung Heizkosten Altbau (26.000 kWh) Heizkosten Neubau (9.000 kWh)
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 100€ 1.100€ 400€
Sole-Wasser-Wärmepumpe 100€ 1.215€ 420€
Gasheizung 250€ 1.770 €* 460 €**

*inkl. CO2-Steuer **inkl. CO2-Steuer und Solarthermie

Die Wirtschaftlichkeit der Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe überzeugt trotz ihrer hohen Anschaffungskosten in puncto Wirtschaftlichkeit. Zwar lässt sich nicht allgemeingültig beantworten, ab wann sie sich lohnt, sicher ist aber: Langfristig rentiert sich die Anschaffung, wenn Sie den gesamten Betriebszeitraum von 20 Jahren und mehr in Ihre Kalkulation einbeziehen.

Das hängt damit zusammen, dass im Neubau laut Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) auf erneuerbare Energieträger zurückgegriffen werden muss. Damit hat die Wasser-Wärmepumpe einen Vorteil gegenüber auf Gas oder Öl basierenden Heizungen, die gar nicht mehr bezuschusst werden. Verbunden mit den deutlich niedrigeren Betriebskosten kann sich die Anschaffung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich zu einer neuen konventionellen Heizung sogar schon in unter zehn Jahren amortisieren.

Anlage 5 Jahre 10 Jahre 20 Jahre 25 Jahre
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 33.900€ 50.700€ 92.600€ 118.700
Luft-Wasser-Wärmepumpe 26.100€ 45.100€ 92.600€ 122.200€
Gasheizung 27.800€ 48.900€ 100.800€ 132.700€
Öl-Niedertemperaturheizung (10 Jahre alt) 19.200€ 42.100€ 102.800€ 132.300€

Tipps: Wasser-Wasser-Wärmepumpe kaufen

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe kaufen
Für und Wider einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen abgewägt werden | © qimono / pixabay CC0

Verschaffen Sie sich noch einmal einen Überblick anhand unserer Tipps zum Kauf einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Ob solch eine Heizung wirklich zu Ihrer Immobilie passt, können Sie anhand unserer Zusammenfassung entscheiden.

Im Altbau

Grundsätzlich ist gegen eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Altbau nichts einzuwenden, allerdings sollte das entsprechende Gebäude einen niedrigen Energiebedarf haben und nicht komplett sanierungsbedürftig sein. Es bringt Ihnen nichts, wenn die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ineffizient arbeitet. Zudem kommt es darauf an, ob Ihre konventionellen Heizkörper höhere Vorlauftemperaturen benötigen. In diesem Fall müsste auf Decken-, Wand oder Fußbodenheizung umgerüstet werden.

Dann wäre das Heizen mit Holz eine bessere Alternative - zumindest wenn Sie den dafür benötigten Platz besitzen. Mittelfristig kann besonders bei Ölheizungen auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe einen direkten Ersatz darstellen. Bei dieser muss weder eine Genehmigung eingeholt werden, noch fallen Kosten für Bohrungen oder Erdarbeiten ins Gewicht.

Im Neubau

Im Neubau ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe deutlich einfacher zu beantworten. Wenn Ihnen von der Unteren Wasserbehörde die Genehmigung erteilt wird, das Haus einen niedrigen Energiebedarf hat und das nötige Kleingeld für die Investition vorhanden ist, spricht viel für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Darüber hinaus heizen sie so besonders umweltbewusst und nachhaltig.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen im Test

Bild: Grundwasser-Wärmepumpe Test
Vertrauen Sie auf einen passenden Fachbetrieb aus Ihrer Nähe | © Aymanjed / pixabay CC0

Insgesamt zehn verschiedene Erdwärmepumpen verglich die Stiftung Warentest im Jahr 2007 miteinander, um Interessenten bei der Auswahl ihrer Heizung einige Kriterien an die Hand zu geben. Einen solch offiziellen Vergleich gibt es für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe leider nicht. Doch selbst wenn - einen Vergleich, der inzwischen 14 Jahre zurückliegt, sollten Sie ohnehin äußerst kritisch bewerten.

Erstens haben sich die Produkte innerhalb dieser Zeit deutlich weiterentwickelt und zweitens sollten Sie sich lieber auf einen guten Heizungsbauer aus Ihrer Nähe sowie die grundsätzlichen Garantieansprüche bei Neugeräten verlassen. Schließlich ist der Fachbetrieb auch verantwortlich für die Wartung der entsprechenden Wasser-Wasser-Wärmepumpe und sollte mit Ihrem Modell Erfahrung haben. Lassen Sie sich also beraten und schauen sich in Ihrer direkten Umgebung um.

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