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Das Dach - eine Einleitung

Bild: Altbau Dach Sanierung
Steildächer sind in Deutschland besonders gefragt | © pasja1000 / pixabay CC0

Das Dach ist ein Konstrukt mit Tradition. Seine Geschichte reicht viele tausend Jahre zurück: Bereits um 12.000 v. Chr. bauten Jäger und Sammler die ersten dachähnlichen Gebilde aus Gras, Heidekraut oder Fellen. Zunächst wurden diese noch auf Stangenkonstruktionen angebracht, später entstanden dann Behausungen aus überdachten Gruben.

Im Laufe der Zeit entwickelten die Menschen Häuser mit senkrechten Wänden, die von Satteldächern oder Walmdächern geschützt wurden. Die Formen richteten sich häufig nach den regionalen Bedingungen, insbesondere nach der Verfügbarkeit von Holz. Infolge der rasanten Entwicklung der Konstruktions- und Bautechnik zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wurden dann auch Gebäude aus Stein immer wichtiger, die mit einer wachsenden Vielzahl von Dachformen kombiniert werden konnten.

Das Dach schützt das Haus also nicht nur vor äußeren Einflüssen, Hitze und Wärmeverlust. Es trägt auch ganz entscheidend zur Optik eines Gebäudes bei. Die Gestaltung des Daches ist letztlich prägend für das ganze Haus. Hier ist prinzipiell fast alles möglich, was man sich vorstellen kann. Das entsprechende Budget vorausgesetzt, ist eine Vielzahl von Formen und Materialien denkbar. Die erste Frage, die Sie sich bei der Planung Ihres Daches stellen müssen, ist, was Sie mit dem Dachgeschoss machen wollen - sofern es denn eines gibt.

In manchen Fällen wäre sicher auch eine Dachterrasse oder ein Dachgarten eine attraktive Alternative. Wenn Wohnräume unter dem Dach geplant sind, ist eine Wärmedämmung des Daches unumgänglich. Doch auch in einem unbewohnten Dachgeschoss sollte die Oberseite des Gebäudes gedämmt werden, da warme Luft nach oben steigt. Bei ungenügender Dämmung entflieht daher eine Menge Energie durch das Dach und erhöht unnötigerweise die Heizkosten.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Dämmung, die mit unterschiedlichen Dachformen funktionieren. Auch die Frage, ob es sich um einen Neubau oder einen Altbau handelt, ist nicht unbedeutend. Eine Dämmung nachträglich zu installieren, kann deutlich aufwendiger und teurer sein, als wenn Sie diese bereits bei der Planung berücksichtigen.

Dachformen

Das Satteldach, das Steildach, das Flachdach, das Mansarddach oder das Pultdach sind einige beliebte Dachformen, für die man sich entscheiden kann. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, ganz nach den individuellen Bedürfnissen, dem Geldbeutel und natürlich dem eigenen Geschmack. Eventuell müssen gewisse Bauvorschriften beachtet werden, ansonsten können Sie sich frei entfalten.

Wofür soll der Raum unter dem Dach genutzt werden? Soll er als zusätzlicher Wohnraum fungieren oder nur als Abstellkammer? Diese Fragen beeinflussen die Wahl der Dachform und der letztendlichen Dämmung. Steildächer bieten wirtschaftliche sowie energetische Vorteile. Daher stellen sie die beliebteste Dachform der deutschen Bauherren dar. Darüber hinaus gibt es weitere sinnvolle Alternativen.

Ein korrekt gebautes Flachdach z.B. bietet nicht nur Platz für eine stilvolle Dachterrasse, sondern es kann auch der gesamte Wohnraum ohne Schrägen genutzt werden. Das Mansarddach bietet mehr Platz als ein normales Satteldach, kostet aber mehr. Trotzdem erfreut es sich immer größerer Beliebtheit. Das Pultdach findet immer mehr Anhänger, da es durch die lediglich einseitige Schräge ebenfalls eine optimale Raumnutzung ermöglicht und architektonisch äußerst modern daherkommt. Zudem bietet das Pultdach die optimale Voraussetzung für die Installation einer Photovoltaik-Anlage.

Das Dach im Neubau und im Altbau

Bild: Dach modern
Ein neues Dach sollte Trockenheit und Wärme garantieren | © Tan2 / pixabay CC0

Das Dach sollte immer energieeffizient gedämmt werden, sei es im Neubau oder im Altbau. Warme Luft steigt in die Höhe und geht bei schlechter Dämmung durch das Dach verloren. Neben den sinkenden Heizkosten sorgt eine Dämmung auch für ein angenehmeres Klima im Haus.

Im Neubau erübrigen sich zusätzliche Kostenpunkte wie die Abdeckung des alten Dachs. Bevor das Dach gedeckt wird, lässt sich mit wenig Aufwand eine Aufsparrendämmung installieren. Dies ist die effizienteste Variante der Dachdämmung.

Die Aufsparrendämmung ermöglicht eine maximale Ausnutzung des Innenraums. Etwas komplizierter sieht es bei Altbauten aus, wo Sie die Wahl zwischen Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung haben. Letztere ist auch in diesem Fall die effizienteste Art der Dämmung, verursacht aber deutlich höhere Kosten. Alternativ kann auf die Dämmung des Dachs verzichtet und stattdessen die oberste Geschossdecke gedämmt werden.

Diese Variante ist deutlich günstiger als alle anderen und wird fast immer eingesetzt, wenn das Dachgeschoss nicht als Wohnraum genutzt werden soll. Allerdings können Sie Ihr Dach nicht einfach irgendwie dämmen, sondern müssen bestimmte Werte einhalten, die durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) festgesetzt werden. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Anforderungen und wie Sie diese erfüllen können. Beachten Sie: Die Tabelle gilt nur für den Altbau - im Neubau müssen Sie das Haus immer ganzheitlich betrachten.

Teil des Dachs/der Decke U-Wert-Anforderung nach GEG Nötige Dämmung
Steildach, Dachschräge 0,24 (W/qmK) 14 - 18 cm
Oberste Geschossdecke 0,24 (W/qmK) 14 - 18 cm
Flachdach 0,20 (W/qmK) 16 - 20 cm
Decke, die nach unten hin Kontakt mit der Außenluft hat 0,24 (W/qmK) 14 - 18 cm

Rechtliche Vorgaben im Neubau

Das Gebäudeenenergiegesetz (GEG) soll die Energiewende aktiv vorantreiben und einen einheitlichen Dämmstandard schaffen. Seit 2016 gelten verschärfte Anforderungen für Neubauten, die den Bauherren vor allem in den Bereichen Energieverbrauch und Dämmung neue Standards auferlegen. Die Neuerungen wirken sich nicht nur auf den Hausbau aus, sondern ebenso auf die zugehörige Förderung.

Seit 2021 sind bei privaten Neubauten die Anforderungen so weit angehoben, dass sie dem sogenannten Niedrigstenergiegebäudestandard der EU entsprechen. Dieser bezieht sich in erster Linie auf den Wärmedämmstandard und die Anlagentechnik. Die Primärenergiebilanz wird in einem aufwendigen Verfahren aus verschiedenen Faktoren berechnet, sagt aber vor allem eines ganz klar aus: Je weniger Energie verbraucht wird, desto besser!

Wenn Energie verbraucht werden muss, sollte diese nach Möglichkeit aus erneuerbaren Quellen stammen. Die seit 2016 geltenden Bedingungen verlangen im Großen und Ganzen, dass ein Haus, welches nach dem 1. Januar 2016 erbaut wird, ein Viertel weniger Energie verbraucht als ein Haus, das nach den gültigen Mindestwerten von 2015 errichtet wurde. Beim Thema Dämmung heißt das für den Bauherrn zusätzlich: Der Energieverbrauch in Bezug auf das Heizen soll durch eine verstärkte und damit dickere Dämmung um weitere 20 Prozent gesenkt werden. Auch im Hinblick auf die immer weiter steigenden Energiepreise lohnt es sich, die Mehrkosten bei der Dachdämmung in Kauf zu nehmen.

Rechtliche Vorgaben im Altbau

Es müssen nicht alle alten Dächer oder Geschossdecken gedämmt werden. Einen Energieberater zu befragen, ist ratsam: Laut GEG erfüllt man seine Pflicht, wenn das Dach den Anforderungen dem sogenannten Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 genügt und die oberste Geschossdecke oder das darüber liegende Dach so gedämmt ist, dass der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,24 nicht überschritten wird.

Das Dach muss gedämmt werden, wenn es neu gedeckt wird oder ein Innenausbau stattfindet. Ist die Geschossdecke frei zugänglich, muss auch diese gedämmt werden. Diese Pflichten zur Dämmung entfallen allerdings, wenn die betreffenden Bauteile nach Dezember 1983 errichtet wurden. Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer bereits im Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, sind ebenfalls von der Pflicht zur Dämmung befreit. Erst wenn der Eigentümer wechselt, wird eine Dämmung mit einer Frist von zwei Jahren fällig.

Wann lohnt sich welche Maßnahme am Dach?

Bild: Dachsanierung Altbau Aufsparrendämmung
Mit der Abdeckung des alten Daches fallen im Altbau Mehrkosten an | © djedj / pixabay CC0

Die Aufsparrendämmung wird von außen oberhalb der Dachsparren angebracht. Das bedeutet, das Anbringen einer solchen Dämmung ist nur bei noch nicht gedecktem Dach möglich. Im Altbau erfordert es entsprechend das Abdecken des Daches und verursacht daher Mehrkosten, sofern nicht ohnehin neu eingedeckt werden muss.

Bei Zwischen- und Untersparrendämmung sind die Dämmungsarbeiten von innen möglich, zwischen oder eben unter den Sparren. Diese Varianten sind dadurch günstiger, wenn auch weniger effizient als die Aufsparrendämmung. Häufig werden beide für die maximale Dämmung kombiniert.

Ausgangssituation Passende Dämmung
Neubau Aufsparrendämmung
Altbau (Dachboden unbewohnt) Einblasdämmung der Geschossdecke
Altbau (Dachboden als Wohnraum, Dach sanierungsbedürftig) Aufsparrendämmung kombiniert mit Zwischensparrendämmung
Altbau (Dachboden als Wohnraum, Dach nicht sanierungsbedürftig) Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung

Beste Lösung im Neubau

Die Aufsparrendämmung ist effizienter als die Alternativen, daher sollte sie bei einem Neubau immer bevorzugt werden. Die erhöhten Kosten durch das Aufstellen eines Gerüsts und das Abdecken des Dachs entfallen hier und machen die Aufsparrendämmung deshalb auch preislich zu einer ernstzunehmenden Option.

Beste Lösung im Altbau

Bei einem nicht bewohnten Dachboden kann einfach und kostengünstig die Geschossdecke per Einblasdämmung gedämmt werden. Dieser Vorgang ist deutlich günstiger als jede Dachdämmung, weswegen er häufig durchgeführt wird. Wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt werden soll, muss das Dach selbst gedämmt werden.

Auch hier ist die Aufsparrendämmung gleichzeitig die effizienteste und kostenintensivste Lösung. Soll das marode Dach ohnehin neu gedeckt werden, ist sie uneingeschränkt zu empfehlen. Häufig wird im Altbau eine Kombination aus Zwischen- und Aufsparrendämmung durchgeführt, da die Sparren eine große Höhe besitzen und man in diesem Zwischenraum günstig einen Klemmfilz anbringen kann.

Wenn das Dach abseits der Dämmung gut in Schuss ist, sollte auf eine Zwischen- oder Untersparrendämmung zurückgegriffen werden. Diese werden im Zuge der Sanierung von innen montiert. Das schränket den Wohnraum zwar ein wenig ein, verursacht dafür aber deutlich weniger Kosten.

Beste Lösung für ein Flachdach

Bei einem Flachdach können Sie sich mit unterschiedlichen Dämmungen bestmöglich auf die Energiewende zusteuern. Die drei gängigsten Methoden bei einem neuen Flachdach sind die Kaltdachdämmung, die Warmdachdämmung und die Umkehrdachdämmung. Welche Sie wählen, ist abhängig von Geldbeutel und persönlichem Geschmack.

Außerdem ist zu berücksichtigen, ob das Flachdach begehbar sein soll oder begrünt wird. Darüber hinaus spielt die vorgegebene Dachkonstruktion eine entscheidende Rolle: Besteht das Dach aus massivem Stahlbeton, einer Holzkonstruktion oder aus einer leichten Trapezkonstruktion? Die kostengünstigste Variante der drei genannten Arten stellt definitiv die Umkehrdachdämmung dar.

Auch bei einem Altbau müssen Sie nicht auf die Sanierung des Daches verzichten: Die Einbläsdammung ist wie so oft die kostengünstigste Variante. Die meisten Flachdächer erfüllen die Voraussetzungen für eine Einblasdämmung. Das Flachdach kann so optimal, günstig und mit geringem Aufwand saniert werden.

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Quelle: © Sächsische Energieagentur SAENA/ youtube.com

Besondere Tipps für Hitzeschutz unter dem Dach

Denkt man an Dämmung, denkt man vor allem an den Winter und den Schutz vor der Kälte. Doch eine Wärmedämmung funktioniert in beide Richtungen. Im Sommer, wenn die Temperaturen draußen weit über den angenehmen Bereich liegen, wünschen sich viele Menschen eine Klimaanlage.

Zwar kann die Installation einer Klimaanlage sinnvoll sein, die sinnvollere Maßnahme ist allerdings die Installation einer Wärmedämmung mit hoher Rohdichte (zum Beispiel Holzfaser). Diese speichert die Außenwärme bis zum Abend und gibt sie dann wieder an die kühlere Nachtluft ab. Zusätzlich kann guter Sonnenschutz für Fenster dazu beitragen, die Wärme gar nicht erst in das Dachgeschoss zu lassen.

Hinzu kommt, dass Klimaanlagen sehr viel Strom verbrauchen. Eine umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Alternative wäre eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion, eventuell in Kombination mit einer Lüftungsanlage. Diese Option sollten Sie beim nächsten Heizungstausch im Hinterkopf behalten.

Lohnt sich eine Dachsanierung?

Bild: Dachziegel neu
Mit einer Dachsanierung können sie langfristig Kosten einsparen | © jarmoluk / pixabay CC0

Im Neubau ist eine Wärmedämmung der gesamten Gebäudehülle ohnehin verpflichtend, doch wenn das Wohngebäude nachträglich gedämmt werden muss, dann sollte der Blick in erster Linie auf das Dach gerichtet sein.

Insbesondere die Einblasdämmung in der Geschossdecke ist eine äußerst kostengünstige Möglichkeit, Energie zu sparen und dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) Folge zu leisten.

Während bis zur Amortisierung einer nachträglichen Fassadendämmung Jahrzehnte vergehen können, rentiert sich eine Geschossdeckendämmung bereits nach wenigen Jahren. Wenn der Dachboden ausgebaut werden soll und ohnehin eine neue Dacheindeckung nötig ist, lohnt sich der Einbau einer Aufsparrendämmung, ansonsten kann auf eine Zwischen- oder Untersparrendämmung zurückgegriffen werden.

Gerade im Neubau kann es sich außerdem lohnen direkt eine Photovoltaik-Anlage als Maßnahme mit einzuplanen. Bei rechtzeitiger Berücksichtigung können Sie auch ohne Probleme auf eine Indach-Anlage mit Solardachziegeln zurückgreifen. Für 2021/ 2022 hat beispielsweise der Hersteller Tesla angekündigt mit seinem Solar Roof auf den deutschen Markt zu gehen.

Heizung oder Dach sanieren?

Um möglichst viel Energie und damit langfristig Kosten zu sparen, sollte sowohl die Heizungssanierung als auch die Dachsanierung in Betracht gezogen werden. Doch hier spielt die Reihenfolge eine essenzielle Rolle: Wenn Dach und eventuell auch die Fassade zusätzlich gedämmt werden, sinkt der Bedarf an Heizenergie.

In diesem Zuge lohnt es sich zumeist, direkt auf erneuerbare Wärme zu setzen, anstatt eine neue Gasheizung einzubauen. Mit dem Einbau einer modernen Wärmepumpe kann nicht nur langfristig Energie und damit Kosten gespart werden, sondern obendrein staatliche Förderung genutzt werden.

Kosten und Förderung für Ihr Dach

Wie so oft gilt auch bei der Dachsanierung, dass die Kosten von sehr niedrig bis sehr hoch variieren können. Aus diesem Grund soll hier eine Übersicht über ein paar gängige Beispiele gegeben und nicht auf jede Eventualität eingegangen werden. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass eine Sanierung dann am kosteneffizientesten ist, wenn gleichzeitig Dacheindeckung und Dachdämmung neu gemacht werden.

Im Neubau

Während im Altbau abgewogen werden muss, ob sich eine Dachsanierung lohnt, kommt man bei einem Neubau nicht darum herum, ein neues Dach zu bauen. Von daher ist wohl vorrangig interessant, welcher Anteil der Gesamtkosten auf das Dach entfällt. Je nachdem für welche Art der Eindeckung Sie sich entscheiden, werden inklusive Dämmung zwischen 15 und 20 Prozent auf das Dach entfallen. Die Dämmung sollte dabei immer dem neuesten Stand entsprechen und als Aufsparrendämmung montiert werden.

Aus Kostengründen können Sie sich auch für eine Geschossdeckendämmung entscheiden, würden dadurch aber maximal Kosten im Bereich von 4.000 bis 6.000 Euro einsparen. Dafür müssten Sie allerdings auf den Dachboden als Wohnraum verzichten. Die ungefähren Kosten für verschiedene Maßnahmen im Neubau finden Sie in der folgenden Tabelle. Dabei gilt es zu beachten, dass es sich hierbei um gerundete Durchschnittswerte handelt; die tatsächlichen Kosten können im Einzelfall stark abweichen.

Maßnahme Kosten pro m² Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus *
Dachstuhl 40 - 70 € 4.800 - 8.600 €
Einblasdämmung für Dachschrägen 10 - 50 € 1.400 - 6.500 €
Aufsparrendämmung mit Neueindeckung 120 - 230 € 14.000 - 27.000 €
Flachdachdämmung 20 - 90 € 1.600 - 7.200 €
Geschossdeckendämmung 10 - 50 € 700 - 3.200 €
*Hinweis: Beispielhaus mit 80 m² Grundfläche (Flachdach 80 m², Geschossdecke 60 m², Dachfläche 120 m²)

Förderung erhalten Sie in Deutschland bei einem Neubau nur für den gesamten Bau und nicht für einen Teilbereich. Diese Förderung wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ausgegeben und besteht aus einem Kredit (KfW 153) in Höhe von bis zu 120.000 Euro. Das Besondere an diesem Kredit ist der Tilgungszuschuss, der im Januar 2020 noch einmal angehoben wurde.

Das bedeutet, dass Sie, je nach Effizienzhaus-Niveau, zwischen 15 und 25 Prozent der Kreditsummer nach Abschluss des Bauprojekts erhalten. Das sind im Höchstfall 30.000 Euro. Beachten Sie dabei, dass der Antrag auf Förderung zwingend vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden muss.

Förderprodukt Bedingungen Art der Förderung
KfW-Kredit 153 Neubau KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus Bis zu 120.000 € Kredit, bis zu 30.000 € Tilgungszuschuss
KfW-Zuschuss 431 Baubegleitung für anderes KfW-Programm Bis zu 50 % der Kosten, max. 4.000 €

Im Altbau

Bei der Altbausanierung sehen die Umstände etwas anders aus. Ob sich die nachträgliche Dämmung lohnt, muüssen Sie für sich selbst entscheiden. Wie bei jeder energetischen Sanierung gilt auch hier: Zunächst kostet die Dämmung Geld, diese Kosten amortisieren sich aber nach einigen Jahren. Wenn das Dach hingegen beschädigt ist und Reparaturen benötigt, sollten diese so schnell wie möglich durchgeführt werden, um höhere Folgekosten zu vermeiden.

Wenn das Dach undicht ist, kann Regenwasser ungehindert in die Fassade eindringen und die Bausubstanz des Hauses nachhaltig schädigen. Die Kosten für die unterschiedlichen Maßnahmen, die Sie im Altbau durchführen können, werden in der folgenden Tabelle dargestellt. Dabei handelt es sich um ungefähre Durchschnittswerte, die im Einzelfall stark variieren können.

Maßnahme Kosten pro m² Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus *
Dachstuhl erneuern 50 - 80 € 6.000 - 9.600 €
Dacheindeckung erneuern 80 - 120 € 9.600 - 14.400 €
Asbest-Abriss & Entsorgung 10 - 20 € 1.200 - 2.400 €
Untersparrendämmung 30 - 60 € 3.600 - 7.200 €
Zwischensparrendämmung 50 - 80 € 6.000 - 9.600 €
Einblasdämmung für Dachschrägen 15 - 60 € 1.800 - 7.200 €
Aufsparrendämmung mit Neueindeckung 150 - 250 € 18.000 - 30.000 €
Flachdachdämmung 25 - 100 € 2.000 - 8.000 €
Geschossdeckendämmung 15 - 60 € 900 - 3.600 €
*Hinweis: Beispielhaus mit 80 m² Grundfläche (Flachdach 80 m², Geschossdecke 60 m², Dachfläche 120 m²)

(Quelle: Energieheld.de)

Bei der Sanierung stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Förderung offen. Auch hier sind Sie wieder auf eine Förderung der KfW angewiesen. Diese stellt für die Sanierung neben dem Kredit 151/152 auch noch den Zuschuss 430 zur Verfügung und hat auch diese Förderung im Jahr 2020 deutlich angehoben. Der Kredit funktioniert dabei wie beim Neubau auch:

Sie erhalten das Geld zu günstigen Konditionen und bekommen nach Abschluss der Maßnahmen einen Tilgungszuschuss für die Effizienzhaussanierung zwischen 25 und 40 Prozent (Einzelmaßnahme: 20 Prozent) gutgeschrieben. Je nachdem, ob Sie eine Gesamtsanierung oder nur eine einzelne Maßnahme durchführen lassen, beträgt die maximale Kreditsumme 120.000 oder 50.000 Euro. Demnach können Sie für eine Komplettsanierung einen Tilgungszuschuss von maximal 48.000 Euro erhalten; bei einer Einzelmaßnahme immerhin noch 10.000 Euro.

Der Zuschuss 430 hingegen ist eine direkte Förderung. Hier bekommen Sie 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (bis zu 50.000 Euro) erstattet, wenn Sie eine Einzelmaßnahme durchführen lassen (maximal 10.000 Euro) sowie zwischen 25 und 40 Prozent (der förderfähigen Gesamtkosten von maximal 120.000 Euro, also 30.000 bis 48.000 Euro) für die Sanierung zum Effizienzhaus. Wie beim Neubau gilt auch hier, dass der Antrag für sämtliche Förderungen vor Baubeginn gestellt werden muss.

Förderprodukt Bedingungen Art der Förderung
KfW-Kredit 151 Ganzheitliche Sanierung zum Effizienzhaus Bis zu 120.000 € Kredit, 30.000 - 48.000 € Tilgungszuschuss
KfW-Kredit 152 Sanierung von einzelnen Gewerken Bis zu 50.000 € Kredit, bis zu 10.000 € Tilgungszuschuss (Einzelmaßnahmen)
KfW-Zuschuss 430 Energetische Sanierung: Einzelmaßnahmen 20 % der Gesamtkosten (max. 50.000 €), bis zu 10.000 €
KfW-Zuschuss 430 Energetische Sanierung: Komplettsanierung 25 - 40 % der Gesamtkosten (max. 120.000), bis zu 48.000 €
KfW-Zuschuss 431 Baubegleitung für anderes KfW-Programm Bis zu 50 % der Kosten, max. 4.000 €
Steuerliche Förderung Energetische Sanierung des Dachs 20 % der maximal möglichen förderfähigen Investitionskosten (max. 200.000 €), bis zu 40.000 € verteilt über drei Jahre

Steuern sparen bei der Dachsanierung

Neben der KfW-Förderung fällt auch die steuerliche Förderung für energetische Sanierungen seit Januar 2020 deutlich höher aus. Mithilfe dieser ergänzenden Säule ist es möglich, 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für Ihre Dachsanierung steuerlich geltend zu machen, wobei diese bei 200.000 Euro gedeckelt sind. Im besten Fall sind das also 40.000, die über drei Jahre verteilt abgesetzt werden können.

Um von diesem Steuervorteil zu profitieren, müssen Sie die angefallenen Kosten für die Dachsanierung in der Einkommensteuererklärung angeben. Generelle Voraussetzung ist, dass die entsprechende Immobilie ein selbst genutztes Ein- oder Zweifamilienhaus und mindestens zehn Jahre alt ist. Sie müssen sich allerdings zwischen der KfW-Förderung und der Steuererstattung entscheiden. Eine Nutzung von beiden Möglichkeiten zusammen ist nicht möglich.

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